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Jahresrückblick 2025: Eine Geschichte von Tomaten, Träumen & Trotz

von Hermina Deiana

Jahresrückblick 2025: Eine Geschichte von Tomaten, Träumen & Trotz

Wenn das Jahr sich dem Ende neigt, halten wir häufig inne. Und genau das habe ich getan. Erst jetzt ist mir bewusst geworden: 2025 war mein 15. Salsa-Paradiso-Jahr. Eine Zahl, die sich leicht ausspricht, aber so viele Erfahrungen, Menschen, Momente und Entscheidungen in sich trägt, dass sie Wehmut und Stolz gleichermaßen in mir auslöst. Der Anfang: ohne Plan, aber mit einer klaren Vision Vor 15 Jahren habe ich mit einem einzigen EDEKA-Markt in Oberursel begonnen. Ohne Businessplan. Ohne Investor. Ohne große Strategie. Und das als gestandene Marketingmanagerin mit zwanzig Jahren Erfahrung. Niemals hätte ich einem Kunden diese Vorgehensweise vorgeschlagen. Aber meine Idee ließ mich nicht mehr los. Ich gestehe, ich war geradezu besessen von ihr. Ich werde Deutschlands beste Tomatensauce produzieren! Ich war bereits Unternehmerin, keine unerfahrene junge Frau, sondern ging auf die 50 zu. Eine erfolgreiche Karriere und anspruchsvollen Job hatte ich auch schon. Parallel zu meiner Tätigkeit als Marketingmanagerin und meiner Verantwortung in der Gastronomie- und Cateringwelt meines damaligen Mannes, habe ich Salsa Paradiso on top entwickelt. Was nach Größenwahn klingen könnte, war die pure Leidenschaft und die Bereitschaft Großes zu leisten. Am Anfang habe ich alles selbst gemacht Ich habe mich ins Auto gesetzt und bin nach Italien gefahren. Wo sind die Produzenten, die für mich ausschließlich aus frisch geernteten Tomaten meine Tomatensaucen einkochen würden? Ohne künstliche Zusätze? Pur, so wie ich es von Familien und Freunden in Italien kannte. Die Sauce, die ich in Deutschland schmerzhaft vermisste. Drei mögliche Produzenten habe ich besucht, für einen habe ich mich entschieden. Exakt für jenen, der mich eigentlich nicht wollte. Sie produzieren Premiumfood für die gehobene Gastronomie. In großen Gebinden. Nicht in kleinen Gläsern für Endverbraucher. Ich akzeptierte die Absage nicht. Ließ einfach nicht locker. Nervte! Heute sagt der Produzent über mich, dass ich so voller Leidenschaft war, dass er nicht anders konnte als nachzugeben. Es ging los! Was mit einem einzigen Markt begann, wuchs. Von einem Markt auf drei, zehn, zwanzig und schließlich über vierzig Supermärkte im Rhein-Main-Gebiet. Über 100 persönlich durchgeführte Verkostungen in Supermärkten. Große Begeisterung bei den Kunden Verbrauchern und bei der Supermarktleitung und Abverkaufszahlen, die sich sehen lassen konnten. Auslieferungen der unzähligen Kisten Tomatensauce im eigenen Auto. Das Aufstellen von eigenen IKEA-Regalen, die ich mit Rollen bestückte. Unzählige Gespräche mit Marktleitern, Einkäufern und vor allem mit Konsumenten, die meine Saucen mittlerweile liebten. Die Erkenntnis: Wachstum ist nicht gleichbedeutend mit Erfolg  Ich habe gearbeitet für drei Leben, weil ich ein Ziel hatte. Die zentrale Listung bei einer oder mehreren Supermarktketten. Ich war überzeugt, das sei der Durchbruch. Dafür lohnte es sich zu kämpfen. So mein Credo. Was war ich doch für eine Träumerin! Eine gestandene Unternehmerin, die ihre Grenzen nicht erkannte und tatsächlich glaubte, als One-Woman-Show im Handelsdschungel bestehen zu können. Ich stieß an Grenzen, die ich so nicht erwartet hatte. Mein Kapital reichte nicht für die geforderten Werbekostenzuschläge, Marketingkampagnen und Listungsgebühren. Ich wollte keine hohen Kredite aufnehmen, auch wenn ich an meine Produkte glaubte. Vor allem: Ich konnte meine Produktvorteile im Regal zwischen all den Industrie-Tomatensauen nicht erklären. Klonen konnte ich mich ebenfalls nicht, um in allen Märkten präsent zu sein mit Verkostungen. Wenn alles zusammenbricht Dann trafen mich mehrere Krisen gleichzeitig: Meine Mutter erkrankte schwer. Meine Ehe zerbrach. Ich fühlte mich ausgebrannt. Als Folge entschied ich, mich von meinem Tomatensaucen Business zu verabschieden. Ich gab auf. Ich suchte mir einen Job in meinem Beruf. Sicherheit. Struktur. Ruhe. Wieder zu mir finden. Das war nichts mit dem Neuanfang Was dann geschah, ließ mich mit offenem Mund zurück. Es erreichten mich unzählige Mails. Anrufe. Menschen sprachen mich auf der Straße an: "Wo ist deine Tomatensauce?" "Warum gibt es sie nicht mehr?" Ich konnte es kaum glauben. All die Energie, die ich hineingegeben hatte, war nicht umsonst gewesen. Die Sauce hatte ihre Fans. Und diese Menschen wollten nicht, dass ich aufhöre. Ein letzter Versuch Eine liebe Freundin ermutigte mich weiterzumachen. Sie stand hinter mir. Also wagte ich einen letzten Versuch: Ein Online-Shop. Zwei Produkte. Kein E-Commerce-Wissen. Mini Budget. Keine Werbung. Nur Pressearbeit. Ich habe Redaktionen meine Geschichte erzählt und sie haben nach und nach über mich geschrieben. Einige Presseberichte lösten sogar riesengroße Wellen an Bestellungen aus. Wir kamen kaum nach mit dem Verpacken und Versenden. Das war für mich der Beweis, dass es trotz des großen Wettbewerbs immer noch Bedarf gibt für eine Premium Tomatensauce. So habe ich meine Kunden gewonnen und die meisten sind geblieben. Jene, die die Qualität mit dem ersten Löffel geschmeckt haben. Heute: mit Klarheit, Herz und ohne Schulden Bis heute ist Salsa Paradiso ein kleines, feines, schuldenfreies Unternehmen, das ich mit eigenem Geld aufgebaut habe. Ohne Investoren. Dafür mit Leidenschaft, Mut und Bauchgefühl. Ich bin glücklich, denn ich lebe ehrliches Produkt-Handwerk an das ich zu 100 Prozent glaube mit Salsa Paradiso Tomatensaucen, meine Leidenschaft für Genuss, für das Schreiben und das Storytelling. Ich schreibe Kochbücher. Ich entwickle Rezepte. Ich blogge. Und das Wichtigste: diese Tätigkeiten machen mich glücklich. Was ich gelernt habe in 15 Jahren? ·        Es läuft nicht immer alles wie geplant. Nicht im Job, nicht im Business, nicht im Leben. ·        Nimm das Leben an und mache das für Dich Beste daraus. ·        Businesspläne stehen auf „Papier“. Die Realität fällt manchmal anders aus.   ·        Menschen erinnern sich nicht nur an Produkte. Sie erinnern sich an positive Erlebnisse. Danke euch für alles 💕 Danke an alle, die mich begleitet haben, an all die wunderbaren Kundinnen und Kunden, Unterstützerinnen weiblich wie männlich und an alle Menschen, die an mich geglaubt haben und es heute noch tun. 2025 war ein Jahr der Erkenntnis: Ich habe 15 Jahre Tomatensaucen-Geschichte geschrieben, ohne es zu merken. Und das Schöne daran? Mein Business gehört einfach zu meinem Leben. Ich zähle nicht die Jahre, sondern die unzähligen Momente, die mir zeigen, dass ich alles richtig gemacht habe. Auf die nächsten 15 Jahre und darauf, dass wir hoffentlich alle glücklich sind.  

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