Eigentlich begann alles mit einer ganz einfachen Frage.
Wie erkläre ich Menschen, dass Salsa Paradiso keine gewöhnliche Tomatensauce ist?
Sie ist keine Fertigsauce, wie man sie von großen Konzernen kennt.
Keine klassische Pastasauce, zumindest nicht so, wie sie viele in Deutschland verstehen – mit vielen italienischen Kräutern, reichlich Knoblauch und einem Geschmack, der bereits in eine Richtung festgelegt ist.
In Italien habe ich etwas völlig anderes kennengelernt.
Dort durfte ich erleben, wie Familien seit Generationen jedes Jahr während der Tomatenernte ihre Sauce einkochen. Ganz schlicht. Der Geschmack sonnengereifter Tomaten steht im Mittelpunkt. Etwas Basilikum. Mehr braucht es oft gar nicht. Knoblauch wird häufig nur kurz im Olivenöl angebraten, um das Öl zu aromatisieren.
Diese Grundsauce wird anschließend immer wieder neu interpretiert. Je nachdem, was gekocht wird. Meine erste Begegnung mit dieser Art zu kochen werde ich nie vergessen.
Es gab drei Gerichte.
Pasta al Pomodoro. Ragù Napoletano. Melanzane alla Parmigiana.
Alle drei wurden mit derselben Tomatensauce zubereitet. Und trotzdem hätte niemand vermutet, dass sie denselben Ursprung haben. Genau diese Vielseitigkeit hat mich fasziniert.
Sie war einer der Gründe, warum ich Jahre später Salsa Paradiso entwickelt habe. Ich wollte den Geschmack sonnengereifter Tomaten konservieren und gleichzeitig den kulinarischen Alltag erleichtern.
Ein Glas öffnen. Ein paar gute Zutaten dazu. Und schon entstehen unzählige Gerichte. Deshalb habe ich vom ersten Tag an Rezepte entwickelt. Natürlich auch mit Pasta – ich liebe Pasta. Aber genauso mit Fisch, Fleisch, Gemüse, Suppen, Eintöpfen oder Gratins. Vor Kurzem haben wir dafür sogar einen neuen Leitsatz gefunden:
Zwei Tomatensaucen. Hunderte Rezepte.
Eigentlich hätte die Geschichte dort enden können. Tat sie aber nicht.
Denn irgendwann fragte ich mich:
Wie erkläre ich das Menschen, die Salsa Paradiso noch gar nicht kennen?
Mitten in einem Markt voller riesiger Marken.
Da fiel mir plötzlich ein Ausdruck ein, den wahrscheinlich jeder kennt:
"Treulose Tomate."
Woher dieser Begriff stammt, weiß ich bis heute nicht. Aber plötzlich war die Idee da. Wenn eine Tomatensauce sich ständig mit Lebensmitteln zeigt, zu denen sie angeblich gar nicht gehört …mit Bratwurst. Mit Pulpo. Mit Lamm. Mit Gemüse. Mit Fisch.
… dann ist sie doch eigentlich …untreu.
So entstand die "Untreue Tomate".

Und dann passierte etwas, womit ich selbst nicht gerechnet hatte. Ich begann Sprüche über sie zu schreiben. Sie flogen mir förmlich zu. Einer nach dem anderen. Ich saß allein am Schreibtisch und musste immer wieder selbst lachen. Doch dann stellte sich mir eine ganz andere Frage.
Wer lästert eigentlich die ganze Zeit über diese Untreue Tomate?

Ich war’s nicht!
In meiner Fantasie entstand ein kleines Dorf irgendwo in Süditalien. Ein Dorf, das viele junge Menschen längst verlassen haben. Ein Dorf mit einer kleinen Piazza, einer Kirche, einer Bar und vielleicht tausend Einwohnern. Und genau dort, in einem alten Palazzo direkt am Marktplatz, wohnen zwei Damen, denen wirklich nichts entgeht.
Signora Rosa. Und ihre beste Freundin. Signora Assunta.
Wenn die Untreue Tomate wieder einmal mit Pulpo, Bratwurst oder einem Lammragout gesehen wird …dann stecken die beiden die Köpfe zusammen.
Sie tuscheln. Sie kommentieren. Sie lachen. Und manchmal lästern sie ordentlich.
Willkommen in Monte Pomodoro. Einem süditalienischen Dorf, das meiner Fantasie entsprungen ist.
Eins ist sicher: Mit Signora Rosa und Signora Assunta wird es garantiert nie langweilig. Wir werden mit den beiden noch viel erleben.










