Wie meine Tomatensauce Salsa Paradiso entstanden ist

Wie meine Tomatensauce Salsa Paradiso entstanden ist

Meine Tomatensauce Salsa Paradiso entstand spontan als Geistesblitz. Ich stand im Supermarkt und wusste plötzlich, dass ich ein Foodprodukt entwickeln wollte. Noch hatte ich keine Idee. Aber sehr schnell wurde mir klar, dass ich ein Produkt seit jeher vermisste. Eine wirklich gute fertige Tomatensauce, so wie ich sie aus Italien aus Familienküchen und Privathaushalten kannte, gab es in Deutschland nicht zu kaufen. Sonst wäre ich die erste gewesen, die sie gekauft hätte.

Die Liebe zur Tomatensauce, meine Erinnerungen an ihre Entdeckung viele Jahre zuvor und der Wunsch nach genau dieser Qualität war plötzlich präsent, nahm mich komplett ein. Es ging alles schnell. Sehr schnell. Binnen weniger Monate standen die ersten Gläser Salsa Paradiso im Supermarktregal. Was folgte, war eine Achterbahnfahrt, eher eine Loopingbahn, denn nicht alles entwickelte sich so, wie ich es mir gewünscht hatte, und Kapital war nur begrenzt vorhanden.

In diesem Podcast-Interview bei Jannike Stöhr und ihrem inspirierenden Format "Der eigene Weg" erzähle ich von dieser intensiven Zeit, von Entscheidungen aus dem Bauch heraus, von Leidenschaft für echte Tomatensauce und davon, warum Salsa Paradiso von Anfang an genau so sein musste wie sie es ist. So oder gar nicht.

Von der Idee zur Obsession

Die Gründung von Salsa Paradiso war alles andere als geplant. Was als Geistesblitz begann, entwickelte sich binnen weniger Tage zu einer Obsession. Ich wusste: wenn ich das mache, dann richtig. Keine halben Sachen. Keine Kompromisse. Und vor allem kein Industrieprodukt.

Ich wollte eine Tomatensauce machen, die so schmeckt, wie ich sie von zu Hause bei der Familie meines damaligen Ehemanns in Neapel kannte. So kochten sie zu Hause. Il Pomodoro kam aus dem Glas, das sie selbst zur Erntezeit abgefüllt hatten. Sonnengereifte Tomaten werden geerntet und als Vorrat möglichst bis zu nächsten Ernte eingekocht – ohne Zusatzstoffe. Saisonal einkochen, wenn die Tomaten vom Feld am besten schmecken. Das hat mit den Saucen aus dem Supermarkt nichts zu tun.  

Ein Start, der sich sehen lassen konnte

Ich wollte mich in den Supermärkten gegen die große Konkurrenz durchsetzen. Genauer gesagt: es begann mit einem einzigen Supermarkt bei mir vor Ort. Ich habe eine Chance bekommen und habe sie genutzt.

Im Gegensatz zu mir hatte mein Umfeld Bedenken. Es gibt doch schon so viele Tomatensaucen, war eine ihrer Aussagen. Klar, das weiß ich. Aber hätte es eine Tomatensauce gegeben, die uns schmeckt, hätte ich sie gekauft und nicht selbst entwickelt. Glaubst du wirklich, dass die Menschen den Unterschied herausschmecken werden? Ich hoffte es sehr.

Binnen weniger Monate seit der ersten Idee war es soweit: der Tag, an dem ich mein Regal im Supermarkt einräumte. Ich hatte im schwedischen Möbelhaus ein großes eigenes Regal gekauft, nachdem ich die Erlaubnis bekommen hat es direkt in der Gemüseabteilung aufzustellen. Darüber befestigte ich ein Werbebild mit mir und hängte noch Rezeptbroschüren an das Regal.

Was für ein großartiges Gefühl. Als alles stand, nahm ich zwei Gläser und ging an die Kasse. „Kaufen Sie jetzt ihre eigenen Saucen?“, lachte die Kassiererin, die mich bereits kannte. „Wünschen Sie mir Glück,“ sagte ich.

Von wegen sie schmecken den Unterschied nicht

Ich erinnere mich noch genau wie aufgeregt ich war im Supermarkt meine Saucen vorzustellen. Aber: Es funktionierte. Und wie! Die Menschen probierten, alt und jung und Kinder und alle waren begeistert. Sie schmeckten die Frische der Tomaten und sie kauften. Und so begann meine Reise. Ich wurde empfohlen von Kunden vom Inhaber des Supermarkt, weil der Absatz für sich sprach.  Aus einem Supermarkt wurden bald zwei, fünf, zehn und dann 40. Es folgte die zentrale Listung, mein Kochbuch "Verrückt nach Tomatensauce" erschien, Medien berichteten, die Marke wuchs. Es war eine Erfolgswelle und mein Traum ging in Erfüllung.

Es folgte: die Ernüchterung

Während ich mit den Inhabern der Supermärkte auf Augenhöhe partnerschaftlich arbeitete, gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Zentrale und dem Einkäufer sehr schwierig. Ich konnte nicht mehr einfach in die Märkte gehen und Verkostungen umsetzen. Jetzt ging es um hohe Summen für Angebote und Aktionen, bei viel niedrigerer Marge. Das Kapital fehlte mir.

Auch verlangte man eine breitere Range, ich war jedoch überzeugt, dass zwei Sorten genug sind. Mild und Pikant. Mit diesen beiden kann man unendlich viele Gerichte kochen: Pasta, Pizza, Fisch, Fleisch, Veganes, Vegetarisches. Mehr braucht der Mensch nicht. Mehr verlangt nur der Markt.

Es war ein Unterfangen, das so verlockend geklungen hatte, aber nicht zu mir passte. Der Handel wollte Masse. Ich wollte Klasse. Und ich hatte keine Lust, mich zu verbiegen oder große Schulden zu produzieren. Also bin ich ausgestiegen.

Kunden laufen Sturm

"Wo ist die Sauce geblieben?" Diese Frage bekam ich plötzlich sehr häufig gestellt. Per E-Mail, am Telefon, auf Veranstaltungen. Ich war gerührt und überwältigt. Ich One-Women-Show mit zwei Tomatensaucen hatte offenbar mehr erreicht, als ich dachte. Meine Saucen wurden vermisst. Eigentlich hatte ich schon aufgegeben. Ich war müde und erschöpft und enttäuscht.

Dann kam meine Freundin Martina und schüttelte mich. „Was ist los mit dir? Du bist doch gar nicht der Typ, der einfach aufgibt. Schau mal was du alles erreicht hast. Was soll ich in Zukunft essen? Wovon soll ich meine Familie ernähren?“. Ich musste lachen.

Ich wollte auf direkten Weg zu den Kunden, die ich so begeistern durfte. Ohne Zwischenhandel. Ohne Einkäufer. Da gab es nur einen Weg für einen letzten Versuch. Ich mach's online. Ich hatte null Erfahrung mit E-Commerce. Wirklich null. Aber ich dachte: was habe ich nicht alles hinbekommen im Leben und gelernt. Die Aussicht frei agieren zu können und nah am Kunden zu sein, war sehr verlockend.

"Ich sage jetzt JA und lerne, während ich mache."

Dieser Satz ist aus einem Zitat von Richard Branson und er passt hervorragend zu meinem Leben. Es ist nie zu spät, etwas Neues zu wagen. Man muss nicht alles wissen, um anzufangen. Man muss nur bereit sein zu lernen, zu fallen, aufzustehen. Wieder zu probieren.

Ich bin heute 60. Ich habe viel erlebt, bin Mutter eines erwachsenen Sohnes, Unternehmerin, Frau, Freundin. Und ich habe für mich beschlossen: Ich muss nichts mehr. Ich darf jetzt. Und ich will das Leben genießen. Mit meinen Tomatensaucen, Kochen, meinen Rezepten,  meinem Tomaten Rock’n Roll Blog mit viel Leidenschaft und Lebensfreude und mit euch, meine Lieben. Ich habe es gemacht. Ich habe es gelernt. Und ich bin heute unglaublich dankbar dafür.

Im Gespräch mit Jannike Stöhr durfte ich all das und noch viel mehr erzählen. Ich habe selten so offen über meine unternehmerische Reise gesprochen. Was du noch erfährst im Podcast:

Danke 🤩

Ich hoffe, du findest in meiner Geschichte etwas, das dich inspiriert. Vielleicht den Mut, etwas zu wagen. Oder die Freude daran, den eigenen Weg zu gehen. Vielleicht auch einfach nur Lust auf eine gute Tomatensauce. In jedem Fall: Danke, dass du meine Geschichte gelesen hast.

von Hermina Deiana – 14 Mai 2025

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